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Das Labyrinth der Träumenden Bücher – Walter Moers

15 Mar

Klappentext: Hildegunst von Mythenmetz, der größte Schriftsteller Zamoniens, suhlt sich auf der Lindwurmfeste in seinem Erfolg. Da erreicht ihn ein mysteriöses Schreiben, das ihn verlockt, nach Buchhaim, der “Stadt der Träumenden Bücher”, zurückzukehren. Dort trifft er auf eine neuerbaute Stadt, die vor Leben rund um das Buch nur so vibriert. Und er begegnet alten Bekannten, aber auch neuen Phänomenen und Wundern der Stadt: Librinauten und dem Biblionismus, Qualmoiren und dem Buchwein sowie vor allem den obskuren Puppetisten, dem faszinierenden Puppaecircus Maximus und dem geheimnisvollen Maestro Corodiak.

Und das meine ich: Der neuste Walter Moers. Noch bevor ich das Buch mein Eigen nennen durfte, wurde mir gesagt er sei nicht so toll. Da ich aber Bücher gerne selber lese und mir selber ein Bild mache, fand das Buch trotzdem den Weg in mein Regal. Es wurde natürlich auch prompt angefangen zu lesen. Eigentlich wollte ich mir damit schön Zeit lassen und gaaaanz langsam lesen. Wohl wissend, dass noch ein weiterer Teil folgen und dieses Exemplar erst der Anfang der Fortsetzung sein würde. Aber wie ich schon sagte: eigentlich. Das Buch war dann doch schneller gelesen als geplant, oder besser gehofft. Es ist wieder einfach Moers, geistreich und witzig, voller Wortspiele und natürlich phantasievoll. Über ein paar kleine Längen sieht man gerne hinweg, vor allem am Ende des Buches. Fieser, gemeiner Cliffhanger kann ich da nur sagen.

Was die vorherige Warnung angeht, das Buch sei nicht so gut, kann ich nur sagen: stimmt nicht, aber stimmt vielleicht doch. Würde ich jedes Buch von Moers, dass ich gelesen habe mit “Die Stadt der Träumenden Bücher” vergleichen, so schneiden alle schlechter ab. Keines von ihnen kommt wirklich an Hildegunst und die kleinen Buchlinge heran. Wenn ich also nun das “Labyrinth der Träumenden Bücher” Mit “Die Stadt der Träumenden Bücher” vergleichen würde, so wäre es schlechter. Aber das tue ich nicht. Auch wenn es eine Fortsetzung ist, so sehe ich das Buch trotzdem als eigenständiges Werk an. Als solches gefällt mir “Das Labyrinth der Träumenden Bücher” wirklich gut. Man trifft alte Bekannte und macht neue Bekanntschaften und vor allem lernt man ein ganz neues Buchhaim kennen. Ich freu mich jedenfalls schon auf den nächsten Teil.

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Das geheime Buch der Frida Kahlo – Francisco Haghenbeck

14 Mar

Klappentext: Mit unbändiger Energie und Lebensfreude trotzt Frida Kahlo allen Schicksalsschlägen und nimmt sich vom Leben, was sie will. Doch sie lebt geborgte Tage. Ihr schmerzender Körper erinnert sie stets an ein Geheimnis, das sich in ihrem Notizbuch offenbart: Vor Jahren schloss sie einen Pakt mit einer geheimnisvollen Gestalt, die sie fortan begleitet, bis eines Tages der Zeitpunkt einer letzten Zusammenkunft bevorsteht…

Und das meine ich: Es ist schon eine ganz Weile her, das ich den Film Frida Kahlo (mit Selma Hayek als Frida) gesehen habe. Ich bin zugegeben nicht der größte Kunstliebhaber, aber diese Frau hat mich einfach in ihren Bann gezogen und fasziniert. Gar nicht mal ob ihrer Bilder, sondern schlicht weg von ihrer Persönlichkeit her. Ihre Bilder sind definitiv aussergewöhnlich, aber Frida Kahlo ist noch aussergewöhnlicher. Schon früh von diversen Krankheiten gezeichnet, ereilt Frida ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Das sie einen schweren Unfall überhaupt überlebt, grenzt an ein Wunder. Frida besitzt einen unglaublichen Lebenswillen und einen unschlagbaren Mut sich allen Widrigkeiten zu stellen, ihnen zu strotzen, die sich ihr in ihrem Leben in den Weg stellen. Und dabei muss man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl haben, dass Frida bemitleidet werden will. Erstaunlich und faszinierend zugleich. In diesem Buch wird ebenfalls Fridas phantastisches Leben geschildert, mit allen Höhen und Tiefen. Und zwischen drin gibt es auch noch typisch mexikanische Rezepte. Nicht nur irgendwelche Rezepte, sondern Rezepte die Fridas Leben begleitet haben. Seien es die Lieblingsspeise ihres Mannes Diego, oder Speisen aus ihrer Kindheit, oder die Art von Speisen, die sie jährlich für den Altar der Totengöttin zubereitet hat.

Ich muss sagen, das ich bisher noch keines der Rezepte ausprobiert habe, aber irgendwann wird es sicherlich dazu kommen. Das Lesen des Buches hat mir definitiv in Erinnerung gerufen, was für eine großartige Persönlichkeit Frida Kahlo doch war, deren Lebensmut wirklich ansteckend gewesen sein muss. Sollte es irgendwann mal möglich sein, also finanziell, möchte ich gerne nach Mexico reisen und mir das Frida Kahlo Haus einmal selber ansehen.

Der Schrecksenmeister – Walter Moers

13 Mar

Klappentext: In Sledwaya, der Stadt, in der “das Gesunde krank und das Kranke gesund” ist, spielt der neue Roman “Der Schrecksenmeister” des zamonischen Großschriftstellers Hildegunst von Mythenmetz. Er handelt von der Auseinandersetzung zwischen Echo, dem hochbegabten Krätzchen, und Succubius Eißpin, dem furchtbaren Schrecksenmeister Sledwayas, der Faust und Mephisto in einer Person zu verkörpern scheint. Dieser lässt nichts unversucht, um sich vermittels der Alchimie zum Herrn über Leben und Tod aufzuschwingen – und dazu braucht er nichts notwendiger als das Fett von Echo, der gezwungen ist, einen teuflischen Vertrag mit Eißpin abzuschließen.

Und das meine ich: Und erneut war ich bei Moers gelandet. Diesmal sollte es um das kleine Krätzchen – nein Krätzchen sind bitte keine! Katzen – Echo gehen. Echo ist am Anfang wirklih naiv, anders kann man es nicht sagen. Aber wie sollte er auch anders sein, wenn er es bei seinem Frauchen doch so gut hatte, ausser essen und schlafen nichts zu tun hatte und vor allen Gefahren des bösen Zamonien gut geschützt war? Und so poltert aus seinem trauten Heim, nach dem Tod seines Frauchens, mitten hinein in Sledwaya und trifft als bald auf den Schrecksenmeister Eißpin, der ihm einen unheimlichen Vertrag aufschwatzt,  Echos mißliche Situation dabei schamlos ausnutzend. Am Ende soll es nämlich an den Kragen des armen Krätzchens  gehen, doch Moers wäre nicht Moers, wenn seine Geschichte bis da hin nicht einiges zu bieten hätte. Denn so naiv, wie Echo am Anfang auch scheint, ist er gewiss nicht. Echo ist sogar hochintelligent, wenn man ihn denn mit Wissen füttert.

Ein bisschen neidisch bin ich schon gewesen auf das kleine Krätzchen. Wer hätte nicht auch gerne ein photographisches Gedächtnis? Ich schon. Einmal mit etwas gefüttert und nie wieder vergessen, beziehungsweise abrufen können wenn man es braucht. Der Schrecksenmeister bleibt dennoch ein typischer Moers und wie immer einfach lesenswert.

Die Pension Eva – Andrea Camilleri

12 Mar

Klappentext: “Pension Eva” – so heißt das Bordell in der sizilianischen Stadt Vigáta. Hier hat der junge Nené schon viele Stunden verbracht. Aber nicht, um mit den Frauen zu schlafen, sondern um sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Denn sie lehren ihn, das Leben zu verstehen. Und es gibt viel zu lernen für einen jungen Mann im kriegsgeplagten Sizilien der vierziger Jahre.

Und das meine ich: Wer der Meinung ist, es würde in diesem Buch nur um “das Eine” gehen, der irrt. In diesem recht kurzen Roman geht es um mehr. Es geht und Nené, wie er dort in Vigáta aufwächst, ohne zunächst überhaupt zu wissen, was die Pension Eva eigentlich ist, während alle anderen um ihn herum es zu wissen scheinen. Auch seine ersten sexuellen Erfahrungen macht er, unwissend natürlich, weit ab von der Pension Eva, zu Hause, mit seiner Cousine. Doch seine Cousine zieht krankheitsbedingt weg und Nené bleibt zurück mit seinen Freunden. Doch er lernt irgendwann die Pension Eva kennen und ist begeistert. Allerdings nicht von der schönsten Nebensache der Welt. Nein von den vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten, die in der Pension leben. Sie erzählen ihm ihre (Lebens-)Geschichten und Nené hört zu. Alle zwei Wochen hört er neue Geschichten, denn immer dann wechselt das Personal der Pension. Jedenfalls so lange, bis es die Kriegswirren unmöglich machen und auch Nené eingezogen wird. Wie wird es wohl sein, wenn er zurückkehrt? Gibt es überhaupt etwas, zu dem er zurückkehren kann?

Dieses Buch ist nicht nur auf Grund seiner Kürze viel zu schnell vorbei. Viel zu sehr reißt es einen mit und ist über Nenés Leben erstaunt, freut sich und leidet mit ihm und hofft auf ein Happy-End, so fern man nach Kriegsende von so etwas wie einem Happy-End sprechen kann.

Rumo und die Wunder im Dunkeln – Walter Moers

11 Mar

Klappentext: Rumo – der Wolpertinder aus Walter Moers´Bestseller “Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär” – macht sich selbständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt und wie er schließlich auszieht, um das größte Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt das bisland spannendste, ergreifendste und komischste Werk von Walter Moers.

Und das meine ich: Es ist so ziemlich egal, an welches Buch von Walter Moers ich denke, mir huscht sofort ein leises Lächeln über die Lippen. So auch bei Rumo. Nachdem ich “Die Stadt der Träumenden Bücher” gelesen hatte, war klar, dass es zwar das erste Buch von Moers war, dass ich gelesen hatte, aber das es bestimmt nicht das Letzte gewesen sein sollte. Mit Rumo ging es also weiter und was soll ich sagen? Grandios – wieder einmal. Wortwitz und Phantasie herrlich gepaart und dazu noch in einer spannenden Geschichte um den kleinen Wolpertinger verpackt. Rumo ist einfach Rumo. Man möchte ihn knuddeln und manchmal einen Klaps auf den Hinterkopf geben, wenn er allzu naiv durch die Welt..ach nein, natürlich durch Zamonien tapst, aber es wird auch ziemlich schnell klar, man möchte ihn lieber auf seiner eigenen Seite wissen, als auf der des Gegners. Denn so klein und unwissend Rumo am Anfang auch sein mag, er wächst und lernt schnell und weiß seine wolpertingertypischen Eigenschaften durchaus einzusetzen. Auch wenn das nicht immer gewaltfrei abläuft – es ist ja auch durchaus eine Abendteuer-Geschichte, da gehört das schon mal dazu – man muss Rumo einfach mögen.

Ich beneide Hernn Moers. Ich beneide ihn wirklich! Wie viel Phantasie kann ein Mensch eigentlich haben? Das grenzt durchaus schon an Unverschämtheit und manchmal hätte ich gerne etwas von der Phantasie. Obwohl.. andererseits muss man sich dann wohl fragen, ob seine Bücher immer noch so grandios wären. Dann darf Herr Moers doch lieber seine ganze Phantasie für sich behalten, um weiterhin so tolle Bücher schreiben zu können.

Eigene Wege – Kristín Steinsdóttir

10 Mar

Klappentext:  Es ist nie zu spät sich seine Träume zu erfüllen. Siegtrud, die vor Kurzem Witwe geworden ist, staunt, was man in Reykjavík alles erleben kann, ohne Geld auszugeben. Ein Glas Champagner auf einer Vernissage, ein kostenloser Museumsbesuch oder eine Trauerfeier mit anschließendem Imbiss – Siegtrud ist dabei, stets in einen eleganten französichen Seidenschal gehüllt, ein Erbe ihrer Mutter. Der Schal erinnert sie an das Rätsel ihrer Herkunft: Großvater Magnus soll Franzose gewesen sein. Erst jetzt im Alter findet sie die Muße, Nachforschungen anzustellen. Sie lernt Französisch und träumt von einer Reise an ihren Sehnsuchtsort Paris.

Und das meine ich: Manchmal findet man erst im Alter den Mut wirklich zu Leben, oder vielleicht auch erst die Zeit. So scheint es jedenfalls bei Siegtrud zu sein. Erst nach dem Tod ihres geliebten Mannes, wagt sei es ihre lange gehegten Träume und Wünsche in die Tat umzusetzen. Wünsche, die sie ihres Mannes zu Liebe zurückgesteckt hat. Dabei ist die Frage unumgänglich, ob Siegtrud damit nicht ihren Mann verrät und hintergeht, auch wenn dieser bereits verstorben ist. Auch gerät sie nicht darüber in Zorn, dass sie lange davon abgehalten wurde ihre Träume in die Tat umzusetzen. Dafür bedeutet und bedeutete ihr ihre Ehe doch zu viel. Es scheint viel mehr, dass es einfach einer gewissen Zeit bedurft, bis man sich seinen Wünschen wirklich stellt, oder stellen kann und wirklich von ganzem Herzen bereit dazu ist, diese Wünsche auszuleben. Für einiges braucht man Hilfe, zum Beispiel Siegtrud, die nun endlich Französisch lernt, oder Hilfe bei den Nachforschungen ihrer Familiengeschichte in Anspruch nimmt.

Der Roman ist, irgendwie typisch für die Skandinavier, recht einfach gehalten und dennoch geht er zu Herzen und berührt. Und er zeigt vor allem eines, es ist nie zu spät seine Träume zu leben, manchmal dauert es nur ein wenig länger, bis es so weit ist. Wenn ich ehrlich sein soll, so wünsche ich mir schon jetzt, später im Hohen Alter ebenso mutig und lebenslustig zu sein wie Siegtrud, auch ohne französischen Seidenschal.

Die Stadt der Träumenden Bücher – Walter Moers

9 Mar

Klappentext: Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher …

Und das meine ich: Es ist schon eine ganze Weile her, dass mir dieses Buch von einer guten Freundin empfohlen wurde. Ich war zunächst skeptisch, da Fantasy nicht unbedingt zu meinen Lieblings-Genres gehört. Dennoch fand dieses Buch den Weg in mein Bücherregal und wurde gelesen und “hach” ist immer noch das Erste, was mir zu diesem Buch einfällt. Ich muss gestehen, dass ich mich zunächst an Moes´Stil gewöhnen musste, aber das geschah schon nach den ersten 20 Seiten. Vielleicht ein paar mehr, oder auch ein paar weniger. Am Ende jedoch hat es sich gelohnt die ersten Seiten “durchzuhalten”. Ich war restlos begeistert! Von dem Buch, von der Geschichte und vor allem von Moers´Stil und seinem Einfallsreichtum. Meine Güte, wie kann jemand nur so viel Phantasie haben? Und dann auch noch so nett verpackt? Die Zeit mit Hildegunst von Mythenmetz in Buchhaim verging wie im Fluge und daher viel zu schnell. Er stürzt von einem Abenteuer ins nächste, so dass kaum Zeit dazwischen bleibt, um mal Luft zu holen. Man lernt viele Charaktere kennen, die ihm, in seinem jugendlichen Leichtsinn, nicht immer etwas Gutes wollen, aber sein wir mal ehrlich, in die Buchlinge muss man sich einfach verlieben!

Die Stadt der Träumenden Büch ist ein Buch das man einfach gelesen haben sollte. Unglaublich witzig und geistreich ist es sehr kruzweilig und (lieder viel zu) schnell gelesen. Auf jeden Fall ein Buch, dass Lust auf mehr Werke von Walter Moers macht, den man definitiv nicht nur durch “Das kleine Arschloch” kennen sollte.