Eigene Wege – Kristín Steinsdóttir

10 Mar

Klappentext:  Es ist nie zu spät sich seine Träume zu erfüllen. Siegtrud, die vor Kurzem Witwe geworden ist, staunt, was man in Reykjavík alles erleben kann, ohne Geld auszugeben. Ein Glas Champagner auf einer Vernissage, ein kostenloser Museumsbesuch oder eine Trauerfeier mit anschließendem Imbiss – Siegtrud ist dabei, stets in einen eleganten französichen Seidenschal gehüllt, ein Erbe ihrer Mutter. Der Schal erinnert sie an das Rätsel ihrer Herkunft: Großvater Magnus soll Franzose gewesen sein. Erst jetzt im Alter findet sie die Muße, Nachforschungen anzustellen. Sie lernt Französisch und träumt von einer Reise an ihren Sehnsuchtsort Paris.

Und das meine ich: Manchmal findet man erst im Alter den Mut wirklich zu Leben, oder vielleicht auch erst die Zeit. So scheint es jedenfalls bei Siegtrud zu sein. Erst nach dem Tod ihres geliebten Mannes, wagt sei es ihre lange gehegten Träume und Wünsche in die Tat umzusetzen. Wünsche, die sie ihres Mannes zu Liebe zurückgesteckt hat. Dabei ist die Frage unumgänglich, ob Siegtrud damit nicht ihren Mann verrät und hintergeht, auch wenn dieser bereits verstorben ist. Auch gerät sie nicht darüber in Zorn, dass sie lange davon abgehalten wurde ihre Träume in die Tat umzusetzen. Dafür bedeutet und bedeutete ihr ihre Ehe doch zu viel. Es scheint viel mehr, dass es einfach einer gewissen Zeit bedurft, bis man sich seinen Wünschen wirklich stellt, oder stellen kann und wirklich von ganzem Herzen bereit dazu ist, diese Wünsche auszuleben. Für einiges braucht man Hilfe, zum Beispiel Siegtrud, die nun endlich Französisch lernt, oder Hilfe bei den Nachforschungen ihrer Familiengeschichte in Anspruch nimmt.

Der Roman ist, irgendwie typisch für die Skandinavier, recht einfach gehalten und dennoch geht er zu Herzen und berührt. Und er zeigt vor allem eines, es ist nie zu spät seine Träume zu leben, manchmal dauert es nur ein wenig länger, bis es so weit ist. Wenn ich ehrlich sein soll, so wünsche ich mir schon jetzt, später im Hohen Alter ebenso mutig und lebenslustig zu sein wie Siegtrud, auch ohne französischen Seidenschal.

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