Aufgefallen

20 Mar

Ich weiß ja nicht in wie weit sich die Leser noch an ihre Schulzeit erinnern können, ein kleines Weilchen ist das ja möglicherweise durchaus schon her. Während ich einige Sachen doch am liebsten vergessen würde, oder einiges schon in Vergessenheit geraten ist, gibt es doch noch einiges, was mir immer wieder bewusst wird und mich mehr oder weniger verärgert. Es gibt ja nun solche Schüler und andere. Die einen finden Mathe super, die nächsten Sprachen und andere dann auch noch Geschichte.

Ich muss zugeben, dass ich in meiner Schulzeit nicht grade ein Freund des Geschichtsunterrichts war. In der heutigen Zeit, also etwas mehr als sechs Jahre nachdem ich die Schule verlassen hab, fällt mir doch immer häufiger auf, dass mein Desinteresse der Geschichte gegenüber nicht direkt mit der Geschichte verbunden ist und ich mich doch zunehmends dafür durchaus interessiere. Grund meines damaligen Missfallens schien also eher die Art und Weise gewesen zu sein, wie die diversen Lehrer versucht haben uns die Geschichte näher zu bringen. Bei mir sind sie ganz offensichtlich kläglich an diesem Versuch gescheitert. Aber mal ehrlich, wenn man zum x-ten Male nur die französische Revolution und den zweiten Weltkrieg vorgesetzt bekommt, reicht es auch irgendwann. Und dann bekommt man noch nicht mal weltgeschichtliche und politische Hintergründe vermittelt, die einem vielleicht doch helfen könnten, das Ganze mal in einem Gesamtzusammenhang zu sehen und dann auch zu verstehen. Nein, da werden einem nur Daten und ein paar Namen um die Ohren geknallt und das war dann halt eben so und gut ist. Ja bravo sag ich da nur! Dank V., die ja nun mal Geschichte, oder war es Geschichtswissenschaften?, studiert, erfährt man dann doch in Gesprächen mal ein paar Hintergründe, dass zum Beispeil die tollen Franzosen nicht mal selber auf die Idee ihrer Revolution gekommen sind. Neee, dank guter Kontakte über den großen Teich nach Amerika haben die gesehen, dass sowas ja durchaus machbar ist und versuchen das einfach mal selber. Ja und wieso sagt uns das keiner mal in der Schule?? Wäre doch durchaus interessant gewesen, was da noch so alles hintersteckt, als der doch sehr einprägsame Satz “Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen”. Auf die Idee kommt nur von den Herren und Frauen Lehrer keiner. Sowas weiß man ja auch einfach so. Oder halt auch nicht…

Wenn man aber nicht grade eine geschichtsfreudige Freundin zur Seite hat, gibt´s dann ja noch immer diverse andere Medien. In diesem Fall dann das Fernsehen. Dank Kabel Deutschland empfangen meine Eltern auch so nette TV Programme die National Geographic, History und ähnliche Scherze. Von meinem Papa durchaus regelmäßig frequentiert bedeutet das für mich das ein oder andere Mal “gezwungen” zu sein mitzugucken. Und sieh mal einer an, man kann Geschichte tatsächlich verständlich und interessant darstellen, auch wenn es sich wieder mal um den ersten oder zweiten Weltkrieg handelt. Da sitzt meinereiner da und staunt, dass sich da plötzlich eine Regung des Interesses für Geschichte zeigt. Ungewöhnlich, aber anscheinend nicht auszuschließen. Die Reportagen sind interessant gemacht und zeigen nicht nur einen kleinen Aspekt, sondern einfach mal das Ganze drumherum. Wunderbar! So erfährt man dann aber auch mal über Stalin Sachen, die man vorher nicht wusste – und fragt sich dann als interessierter, kritischer Zuschauer, warum immer Hitler als der Oberböse dargestellt wird. Faszinierend, was da so an die Oberfläche blubbert.

Aber wie komm ich nun auf das Ganze? Gestern hab ich mir mal wieder ein kleines Büchlein gegönnt. Nennt sich “Geschichte Skandinaviens” von Harm G. Schröter aus dem C.H.Beck Verlag. Möglicherweise sagt dieser Verlag dem ein oder anderen ja was? Die machen diese kleinen praktischen Wissensbüchlein. Gibt´s zig verschiedene von über Geschichte und Medizin, Natur und Technik und Literatur und keine Ahnung was noch. Gekauft wurde das Buch natürlich aus Interesse (an Geschichte, man höre und staune) und wurde auch sogleich abends angefangen zu lesen. Und siehe da, gleiches Phänomen – so bald anschaulich, interessant und nicht nur aus einem Blickwinkel geschrieben, oder erzählt, kann Geschichte es schaffen mich zu begeistern. Jedes mal wieder eine faszinierende Feststellung an mir selber, die wieder dazu führt, dass ich mich doch durchaus darüber ärgere, dass mir Geschichte in der Schule eigentlich ziemlich vermiest wurde. Schade irgendwie. Bleibt nur zu hoffen, dass es die Lehrer der Zukunft begreifen, das Geschichte eben weder einseitig sind, noch lediglich aus Zahlen und Daten besteht.

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3 Responses to “Aufgefallen”

  1. Seine Lordschaft March 20, 2009 at 3:19 pm #

    Mir ist das auch schon aufgefallen. Früher hat man den ganzen Stoff meistens einfach so vermittelt bekommen und hat daraus nicht ganz soviel gelernt. Mittlerweile, wenn man sich so die Dokus anschaut, bekommt man einfach viel besser vermittelt, was da alles passiert ist in der Zeit. Vielleicht sollte man sogar den Unterricht mit so netten Dokus aufwerten 🙂

  2. Birthe March 23, 2009 at 2:57 pm #

    Stimmt, das mit Frankreich/USA war Thomas Paine, wenn ich mich recht an den Namen erinnere… Mein einer Prof nannte ihn den “professional revolutionary”. *g*

    Aber… oh je, jetzt entblöße ich wahrscheinlich Unwissen… War die franz. Rev. nicht vor der amerikanischen? *duckt sich vorsichtshalber*

    Zum Unterricht aufwerten: Ich fürchte, dass viele Schüler dazu tendieren, abzuschalten, wenn im Unterricht Dokus gezeigt werden – bei mir war in der Schule jedenfalls früher immer “Film gucken” mit “Nichtstun” verknüpft.
    Aber man kann ja auf die Zukunft hoffen!

  3. tardis19 March 23, 2009 at 7:35 pm #

    Birthe, mal abgesehen davon, das es eine amerikanische Revolution so gesehen ja nicht gibt, lediglich den Bürgerkrieg und die Unabhängigkeitsbewegung. Und inwiefern man die als Revolutionen hinstellt ist ja ansichtssache. Falls du auf den Bürgerkrieg hinauswillst, ich hab nirgends behauptet, dass dieser vor der Französischen Revolution war!! Der Bürgerkrieg war 1861 bis 1865 und damit nach der Französichen Revolution die von 1789 bis 1799 ging. Aber ich hab ja nirgends gesagt, dass es umgekehrt war. Ich hab nur gesagt, das die Franzosen nicht selbst drauf gekommen sind, sondern vielmehr durch ihre Kontakte nach Übersee. Da hatten nämlich, ich glaube sowohl Jefferson als auch Franklin ihre Griffel mit im Spiel – und daher rede ich eher von der Zeit nach der Unabhängigkeitsbewegung, die mit 1775 vor der Französischen Revolution war. Aber das Ganze war ja nun nicht wirklich die Kernaussage meines Eintrags.

    Und was das Filmgucken im Geschichtsunterricht angeht:
    1.) Gab´s das bei uns kaum und wenn waren die Filme schlecht und nicht wirklich als Doku zu bezeichnen.
    2.) Waren sie nie klausurrelevant, was denke ich einen großen Unterschied macht und
    3.) Kommts da wie bei vielem ja durchaus auch auf die Verpackung an.

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